Neuerwerbung „Die leere Fläche“ (2016) von Sultan Adler (Acar)
Sultan Adler (*1975 in Bremen, lebt und arbeitet in Berlin), verbindet in ihrem handgeknüpften Teppich mit dem Titel „Die leere Fläche“ die Geschichte von verlorenen Kulturgütern: zum einen der bedeutenden Sammlung von persischen Teppichen, die im Zweiten Weltkrieg im Berliner Bode-Museum (damals Kaiser-Friedrich-Museum) verbrannt sind, und zum anderem dem Reiterstandbild von Kaiser Friedrich Wilhelm III, das 1904 vor eben diesem Museum errichtet worden war und das 1951 aus ideologischen Gründen auf Befehl des SED-Magistrats zerstört wurde. Heute erinnert an das Reiterdenkmal eine durch Pflastersteine markierte Fläche vor dem Museum, die bei der Künstlerin die Assoziation eines Teppichs hervorgerufen hat. Einer Spurensicherung gleich pauste Adler die Oberfläche der gepflasterten Fläche minutiös ab und ließ von dieser Zeichnung in einer nepalesischen Werkstatt einen kostbaren Teppich knüpfen. Der Teppich wird so zum Bildträger, der die genau untersuchte Bodenfläche in Wolle und Seide exakt wiedergibt – mitsamt Unkraut und Moos. Die in Bremen geborene und international arbeitende Künstlerin schenkte dem Kunstverein in Bremen ihr Werk, das ab dem 5. März im Mittelsaal der Sammlungspräsentation im 1. Obergeschoss der Kunsthalle ausgestellt wird.
Neuer Ausstellungssaal mit Werken von Paula Modersohn-Becker
Im nächsten Jahr wäre Paula Modersohn-Becker 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde bereits jetzt ein Ausstellungssaal in der Sammlungspräsentation im 1. Obergeschoss mit den Werken der Künstlerin neu eingerichtet. Unter anderem gibt es ein Wiedersehen mit Gemälden, die bis vor kurzem noch in einer vielbeachteten Ausstellung in New York und Chicago präsentiert wurden, oder sich im Depot der Kunsthalle Bremen befanden. Zu sehen sind nun insgesamt 19 Gemälde von Modersohn-Becker, darunter Selbstbildnisse, Darstellungen von Kindern, Stillleben oder auch der „Blick aus dem Atelierfenster der Künstlerin in Paris“.


